Der neue Anbau ist fertig

Der neue Anbau ist fertig

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Das Bioland KräuterGut ist in erster Linie ein Bio-Betrieb und wir denken von Haus aus an Ressourcenschonung. Nachdem unser Pilotprojekt „Doppelstockverfahren“ den Energiepreis 2013 gewinnen konnte, ging Anfang dieses Jahres unsere neue doppelstöckige Gewächshausanlage in Betrieb. Sie ist die erste Topfkräuterproduktionsanlage dieser Art europaweit und bringt viele Vorteile mit sich.

Der neue Block besitzt bei einer Stehwandhöhe von 6 Meterneine Grundfläche von ca. 7.400 m2 und eine Kulturfläche von 2 x 6.800 m². Der Keimraum ist 15 Lagen hoch und der Kulturraum nimmt zwei Etagen ein. Containerumsetzer transportieren Tische aus beiden Räumen von einer Kulturebene in die nächste. Menschen begehen das Haus über lichtdurchlässige Gitterroststege und -treppen. Die Belichtung durch Natriumdampflampen ist doppelt installiert, für jede Kulturebene ein Satz Lampen. Sie liefern Licht und Wärme. Der doppelte Energieschirm (Tag- und Nachtschirm) bietet gleichzeitig Schutz für beide Ebenen.
Darüber hinaus wird nicht nur das Regenwasser, sondern auch Schwitz-, sowie das Rücklaufwasser nach dem Gießen 100% wiederverwendet. Strom und Wärme liefert ein 230 kW-Blockheizkraftwerk (BHKW). Das Heizkraftwerk kann eine Temperaturdifferenz von 20 °C aufrechterhalten. Wird es draußen zu kalt, setzt ein herkömmlicher Gasheizkessel ein. Die Kräutertöpfe stehen erst auf Anstautischen, später in Fließrinnen.

Der Energieverbrauch wurde durch den Neubau halbiert, der Umsatz pro Quadratmeter fast verdoppelt. Die Dworschaks sehen in der doppelstöckigen, automatisierten Produktionsweise aber vor allem auch arbeitswirtschaftliche Vorteile. Wurde bisher die Produktion im Dreischichtbetrieb gefahren, reichen nun zwei Schichten aus. Der Energieverbrauch wird mindestens halbiert und mit der gleichen Arbeitnehmerzahl werden 30 Prozent mehr Umsatz erzielt, bei steigender Tendenz. Bis zu 5 Mio. Topfkräuter können jetzt im neuen Betriebsteil produziert werden, die Doppelstockanlage bietet auf 7.300 m2 Grundfläche ca. 13.500 m2 Produktionsfläche.

Nach dem ersten halben Jahr Produktion ist für uns klar, wir schaffen jetzt noch bessere Qualitäten, da die Pflanzen vorher zu wenig Platz und Luftraum hatten. Die Töpfe standen zu lange dicht an dicht und wurden zu spät gerückt. Im Neubau spielt deswegen der enorm große Luftraum eine positive Rolle. Die gängigen Kräuter werden — bis auf Schnittlauch, Rosmarin und die Minzen, die vegetativ vermehrt werden — ausgesät und wandern zunächst in die Keimkammer. Von dort werden sie nach optischer Begutachtung in die eigentliche Kulturfläche im unteren Stockwerk der Anlage geschoben. Während der Kultur werden die Kräutertöpfe dann maschinell von den Tischen auf Rinnen umgesetzt und in das obere Stockwerk gebracht. Sobald die Kräuter Verkaufsgröße erreicht haben, werden die Tische mit einem Aufzug nach unten transportiert und die Kräuter dort gepackt und am gleichen Punkt kommissioniert — Die Ware kommt zu den Mitarbeitern, nicht umgekehrt.